Abenisa – Hausmannsstrategie mit eingestreuten Minispielen
Abenisa ist ein vergleichsweise nüchtern gehaltenes Aufbaustrategiespiel, das nicht vor Superlativen strotzt, diese aber auch nicht nötig hat. Es trumpft mit einem klassischen und sehr übersichtlichem Interface auf, einem Spieldesign, das in vier Kapitel gegliedert ist, und einer Story, die den Juroren des Game-TV-Browsergame-Awards den ersten Platz in Sachen Story wert war.
Aus alt mach neu
Als Einstieg sei die Endlosrunde empfohlen. Sollten Sie sich als Profi bezeichnen, steigen Sie gleich in die erste Welt – jene mit Rundenziel – ein. Diese dauert 90 Tage und ist an ein Punkteziel geknüpft. Dabei gibt es vier Aufbaustufen zu erklimmen. Im ersten Kapitel erhalten Sie aus dem „Reich der Mitte“ kriegerische Unterstützung, um die Barbaren zu vertreiben.
Nachdem etliche Schlachten gewonnen sind, erhebt sich Abenisa als Hauptstadt der befreiten Welt.
Sie gründen auf einem freien Bauplatz eine neue Siedlung, deren Wirtschaft Sie fachgerecht ankurbeln. Vorgegeben sind hierbei schon die grundlegenden Siedlungsstrukturen, die nur noch ausgebaut werden müssen – also das übliche Holzfällen, Eisen- und Steinabbauen und die Bewirtschaftung eines Bauernhofes. Parallel dazu ist es angebracht, Forschung betreiben, die jedoch an das Markt- und Abbausystem geknüpft ist, denn die Forscher verlangen Vergütung in Form von den verschiedensten Materialien.
Funktioniert der Markt und der Handel reibungslos, werden Sie die Möglichkeit erhalten, weitere Dörfer zu gründen. Sie sollten bereits über Wächter verfügen, die Sie vor Dieben und anderem Gesindel schützen. Je größer Ihre Ortschaften werden, desto mehr Wächter benötigen Sie.
Im zweiten Kapitel ziehen sich die verbündeten Eroberer des „Reiches der Mitte“ langsam, aber sicher aus Abenisa zurück. Sie sind nun allein für die Sicherheit Ihrer Ortschaften zuständig. D. h., die Schmiede läuft im besten Fall auf Hochtouren, um Ihre Krieger gut zu rüsten. Außerdem können Sie sich bereits jetzt zum Anführer einer eigenen Allianz aufschwingen.
Im dritten Teil entstehen immer pracht- und prunkvollere Bauten, auf den Ländereien werden gewaltigere Heere aufgestellt. Neben einer Zunftbildung ist es außerdem erforderlich, die Grenzposten zu schützen und als erfolgreicher Feldherr neues Terrain zu erobern.
Im vierten Kapitel schließlich bricht die „Zeit der Helden“ an, in der gekämpft und erobert wird, bis Sie schwarz werden.
Flexible Märkte
Abenisa wartet mit einem intuitiv spielbarem Kampf-, Bau- und Handelssystem auf, einem flexiblen Markt, in dem auch ohne eigene Händler eingekauft werden kann, einer interaktiven Karte mit frei platzierbaren Objekten, ehrenhaften und unehrenhaften Schlachten u. v. m. Außerdem sind laut Hersteller keine Spielvorteile erkäuflich. Leider schweigt sich die Funktion Premium-Account, in der mit Rubinen gehandelt wird, weitgehend über den Sinn solcher Erwerbungen aus, außer, dass die Werbebanner ausgeblendet werden. Nähere Angaben finden Sie bei ausgiebiger Suche jedoch im Forum, in dem erläutert wird, dass die Bau- und Forschungsschleifen erweitert werden und es einige Übersichten mehr gibt.
Erwähnenswert sind noch die Tavernen- bzw. Minispiele Virus, Blocker und Pakets, die sich an Windowsklassikern wie PacMan oder Tetris orientieren. Sie passen zwar nicht ganz ins mittelalterliche Spielgeschehen, bieten aber die Möglichkeit, den einen oder anderen externen Highscore in Angriff zu nehmen. Apropos Highscore: In der Ruhmeshalle erhalten Sie nach jeder abgeschlossenen Welt Ruhmespunkte, die bis zur Löschung des Accounts bestehen bleiben. Und wer Lust nach Geselligkeit verspürt, kann andere Mitspieler in der Taverne auf ein Gläschen einladen.
Fazit:
Zugegeben, es gibt genug ähnlich geartete Strategie-Ableger, die mehr bereitwillige Mitglieder hinter dem Ofen hervorlocken. Einen Pluspunkt erwirtschaftet sich Abenisa allerdings durch die zwar nicht epische, aber doch andersgeartete Kapitel-Gliederung im Browserspielgewerbe, die wenigstens den Hauch eines (strategischen) Spielraumes lässt. Auch der Community-Schwerpunkt, der bewusst gesetzt werden wird, soll das Spiel von anderen klassischen Strategen unterscheiden.
Anmerkung: Die Bilder, die hier zu sehen sind, stammen noch aus den Anfängen der Entwicklung. Optisch hat sich einiges getan; auch der Spielkomfort ist gestiegen. Das Konzept, das vorab relativ veraltet erschien, wurde somit aufpoliert. Deshalb gibt es für die Präsentation einen Punkt mehr.
Fakten zum Spiel
| Name: | Abenisa | Webseite: | http://www.abenisa.de |
| Sprache: | deutsch | Genre: | Strategie (Mittelalter) |
| Präsentation: | +++(+) | Zugänglichkeit: | ++++ |
| Spielspaß: | +++ | Downloadclient: | nein |
| Premium: | ja | Zeitaufwand: | sehr hoch |
| Lästerfaktor: | +++ | Publisher: | Gameseal – Frank Jacob |





